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Zähneknirschen: Ursachen, Folgen, Behandlungsmöglichkeiten


18.11.2021

Meistens passiert es im Schlaf und die Betroffenen merken es nicht: Die Kaumuskeln spannen sich an, ziehen den Unterkiefer nach oben und die Zähne reiben oder pressen gegeneinander. Dabei wird großer Druck ausgeübt: Bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter sind möglich – das entspricht dem Zehnfachen des Drucks, der beim Kauen entsteht. Der Grund dafür ist, dass im Schlaf die natürlichen Schutzmechanismen gegen ein zu starkes Kauen nicht greifen. Am Morgen fühlen sich Kau- und Gesichtsmuskeln entsprechend verspannt und verhärtet an, manche Menschen verspüren sogar Schmerzen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich.

Stressabbau als Ursache für Zähneknirschen

Die Gründe für nächtliches Zähneknirschen oder -pressen (in der Fachsprache Bruxismus genannt) sind vielfältig. Redewendungen wie „etwas zähneknirschend hinnehmen“ oder „die Zähne zusammenbeißen“ assoziieren einen Zusammenhang mit psychischen Belastungen. Tatsächlich gelten Faktoren wie Stress, Ängste und Durchschlafstörungen heute als wesentliche Ursachen für das Knirschen oder Pressen mit den Zähnen. Für das Unterbewusstsein „funktioniert“ Zähneknirschen übrigens: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dabei Stresshormone abgebaut werden.

In Fachkreisen diskutiert werden aber auch noch andere Ursachen für das Zähneknirschen. Dazu zählen Nikotin, Koffein, Alkohol, bestimmte Medikamente und genetische Faktoren. Auch ein gestörter Zusammenbiss der Kiefer kann Zähneknirschen zur Folge haben – ausgelöst beispielsweise durch Zahnfehlstellungen, überstehende Kronen oder Füllungen sowie herauswachsende Zähne.

Die Folgen des Zähneknirschens

Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz unseres Körpers, doch dem enormen Druck, der beim Pressen und Knirschen der Zähne entsteht, kann selbst er nicht standhalten. Zumal Betroffene nachts bis zu 45 Minuten lang knirschen oder pressen. Langfristig wird dabei so viel Zahnsubtanz abgeschliffen, dass die Zähne mehrere Millimeter kürzer werden können. Darüber hinaus macht das Knirschen die Kauflächen glatter, die Nahrung kann schlechter gegriffen und zermahlt werden. Im schlimmsten Fall werden die Zähne rissig und brechen durch. Die Folge: Zahnverlust. Sogar das Zahnfleisch ist betroffen. Es kann sich zurückbilden, so dass die empfindlichen Zahnhälse freiliegen. Die starke Muskelaktivität beim Zähneknirschen führt auch häufig zu Verspannungen sowie Kopf- und Gesichtsschmerzen.

Zähneknirschen kann sich auf den ganzen Körper auswirken

Die unnatürlichen Kräfte, die beim Knirschen und Pressen auf den Kiefer ausgeübt werden, belasten auch die Köpfe des Kiefergelenks stark. Daraus kann eine Funktionsstörung resultieren, die sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Der Begriff leitet sich her aus „Cranium“ für Schädel, und „Mandibula“ für Kiefer. Die Fehlfunktionen liegen also im Bereich zwischen Schädel, Ober- und Unterkiefer. Beteiligt daran sind die Kiefergelenke sowie die Kau- und Nackenmuskulatur. Eine CMD verursacht nicht nur Beschwerden im Bereich des Kiefergelenkes, sondern auch in anderen Teilen des Bewegungsapparats – vor allem im Bereich Schulter-Nacken und Wirbelsäule. Sogar Knieschmerzen können mit Fehlstellungen und Funktionsstörungen der Kieferregion zusammenhängen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Zähneknirschen

Nächtliches Zähneknirschen oder -pressen bemerkt oft der Bettnachbar zuerst. Besteht ein Verdacht, hilft Selbstbeobachtung weiter. Sind Kau- und Gesichtsmuskeln morgens verhärtet oder schmerzen? Lassen sich beim Blick in den Spiegel an den Zähnen erste Abnutzungsspuren erkennen? Dann sollte man mit einem Besuch beim Zahnarzt nicht lange warten. Dabei sollte als erstes geklärt werden, ob es Probleme mit dem Zusammenbiss gibt – also beispielsweise Füllungen oder Kronen zu hoch stehen und stören. Ist dies der Fall, kann das Zähneknirschen womöglich durch ein einfaches Abschleifen der entsprechenden Stellen schnell behoben werden.

Da das Zähneknirschen oft (auch) psychische Ursachen hat, sollten Betroffene sich auf die Suche nach stressauslösenden Faktoren machen und versuchen, diese zu beheben. Manchmal reicht es schon aus, sich im Alltag kleine Auszeiten zu nehmen – beispielsweise durch regelmäßige Pausen bei der Arbeit, Spaziergänge an der frischen Luft oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen. Auch Entspannungstechniken können helfen, im wahrsten Sinne des Wortes den „Druck rauszunehmen“. Mit Achtsamkeit und Selbstbeobachtung kann man dem Wachbruxismus – also dem Knirschen und Pressen tagsüber – begegnen. Dazu befestigt man zum Beispiel einen keinen Klebepunkt am PC-Bildschirm. Immer, wenn der Blick auf den Punkt fällt, kontrolliert man, ob man gerade die Zähne zusammenpresst oder knirscht. Ist dies der Fall, kann man den Kiefer bewusst lockern. Auf diese Weise sensibilisiert man sich selbst und holt die unbewusste Handlung des Zähneknirschens ins Bewusstsein.

Zähneknirschen Zahnschiene

Aufbissschienen verhindern Substanzverlust beim Zähneknirschen

Tritt durch Achtsamkeit und Entspannung allein keine deutliche Besserung des Zähneknirschens ein, helfen Aufbissschienen oder Knirschschienen (fachsprachlich: Okklusionsschienen) dabei, einen weiteren Verlust von Zahnhartsubstanz zu verhindern. Die transparenten Schienen für Ober- oder Unterkiefer werden individuell vom Zahnarzt gefertigt und so angepasst, dass sie perfekt auf dem Zahnbogen aufliegen. Sie werden immer nachts getragen und verhindern den direkten Kontakt der Zähne beim Zubeißen. Auf diese Weise werden Zahnhartsubstanz und Zahnhalteapparat geschützt, Ober- und Unterkiefer in eine entspannte Lage gebracht. Die Kosten für eine Aufbissschiene werden in der Regel einmal jährlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Fazit:

Weil die Folgen dauerhaften Zähneknirschens und -pressens so schwerwiegend sind, sollten Betroffene sich in jedem Fall von ihrem Zahnarzt zu Therapiemöglichkeiten beraten lassen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Zähneknirschen:

Als häufigste Ursache für Zähneknirschen gelten psychische Belastungen wie Stress, Ängste oder Schlafstörungen. Der Körper baut dann zu hohen Druck unbewusst über nächtliches Pressen und Knirschen der Zähne ab. Eine weiterer möglicher Einflussfaktor ist der übermäßige Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin oder Koffein. Aber auch hoch stehende Kronen oder Füllungen können der Grund für Zähneknirschen sein.

Der schnellste Weg, (weitere) Schäden durch Zähneknirschen zu verhindern sind Aufbissschienen oder Knirschschienen. Individualisiert von Zahnarzt gefertigt, verhindern sie einen direkten Kontakt der Zähne beim Zubeißen und somit den Verlust von Zahnsubstanz. Gleichzeitig sorgen Aufbissschienen für Entspannung in Ober- und Unterkiefer und lindern so verspannungsbedinge Schmerzen in Kopf und Muskulatur.

Wer langfristig etwas gegen Zähneknirschen unternehmen will, sollte den Ursachen dafür auf den Grund gehen. Am Anfang jeder Maßnahme steht immer der Besuch bei einem Zahnarzt, um sicherzustellen, dass nicht eine Störung des Zusammenbisses vorliegt. Danach kann man sich an die Beseitigung möglicher weiterer Auslöser machen: psychische Belastungssituationen verringern, auf Genussmittel weitestgehend verzichten und Entspannungstechniken praktizieren.