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Richtig Zähne putzen


21.01.2022

Wissenswertes über Zahnbürsten und Zahnpasta

Das Angebot an Zahnpasten und Zahnbürsten ist riesig: Es gibt Pasten mit oder ohne Streifen, solche die gut Karies oder Zahnfleischentzündungen (oder beidem) vorbeugen und solche, die von den Herstellern speziell für empfindliche oder sogar „abgenutzte“ Zähne empfohlen werden. Handzahnbürsten wiederum variieren in Härtegraden und Kopfgrößen und erstaunen bisweilen mit kreativen Features, beispielsweise zur Zahnfleischmassage. Elektrische Zahnbürsten haben vibrierende oder rotierende Köpfe und inzwischen kommunizieren sie sogar digital mit uns. Wer soll sich da noch auskennen? Wir geben Orientierung.

Zahnbürsten: Bitte recht sanft!

Mit unserer täglichen Zahnpflege entfernen wir Speisereste und weiche Beläge von unseren Zähnen (harte Beläge können nur beim Zahnarzt entfernt werden). Dazu braucht es weder besonders viel Kraft noch harte Borsten. Weiche oder allenfalls mittelharte Zahnbürsten sind deshalb die beste Wahl. Sind die Borsten zu hart und ist der Druck zu hoch, kann das Zahnfleisch verletzt werden, über die Jahre wird durch zu kräftiges Putzen sogar vermehrt Zahnschmelz abgetragen. Der Zahnschmelz ist die oberste und „weißeste“ Schicht unserer Zähne. Das darunter liegende Dentin ist eher gelblich. Wer seine Zähne also über Jahre oder gar Jahrzehnte kräftig schrubbt, dünnt die Schmelzschicht aus, das Dentin schimmert durch, die Zähne wirken dunkler. Diesen Prozess erleben wir auch mit zunehmender Abnutzung der Zähne im Alter – aber man sollte ihn nicht beschleunigen.

Kleine Köpfe, regelmäßig wechseln

Bei Handzahnbürsten ist es außerdem empfehlenswert, einen eher kleinen Bürstenkopf zu wählen. Es ist sowieso schon nicht ganz einfach, alle Zahnoberflächen mit der Bürste vollständig zu reinigen – das gilt besonders für die hinteren Backenzähne (Molaren) und die Innenflächen. Mit einem kleinen Bürstenkopf gelingt es leichter, auch schwer zugängliche Bereiche unseres Gebisses zu erreichen und von Belägen zu befreien.

Wie gut eine Zahnbürste reinigt, hängt allerdings nicht nur von der Sorgfalt des Putzenden und der richtigen Putztechnik ab. Auch das Alter der Bürste spielt eine Rolle. Stehen die Borsten nach vielen Wochen im Einsatz in alle Richtungen ab, ist eine gute Reinigung nicht mehr gewährleistet. Zahnärzte empfehlen, die Zahnbürste alle drei Monate zu wechseln – es sei denn, die Borsten sehen früher schon abgenutzt aus. Dann sollte man nicht am falschen Ende sparen und die Zahnbürste eher erneuern.

Zähne putzen: Zahnbürsten

Elektrische Zahnbürsten: die Technik ist nicht entscheidend

Elektrische Zahnbürsten wandeln sich immer mehr zum Lifestyle-Produkt. Sie haben oft nicht nur verschiedene Reinigungs- und Pflegestufen, sie lassen sich jetzt auch intelligent mit Zahnputzapps vernetzen. Ein teurer Spaß für Technikfans, zahnmedizinisch notwendig ist das nicht. Auch ist es gleich, ob die Bürste rotiert oder vibriert. Beide Techniken reinigen gut – es ist wohl am ehesten Geschmackssache, für welche man sich entscheidet. Was vor allem bei rotierenden Bürsten wichtig ist: Man muss auf den Anpressdruck achten, um Verletzungen am Zahnfleisch zu vermeiden und den Zahnschmelz zu schonen. Deshalb sind rotierende Bürsten mit Drucksensor hilfreich, die sich bemerkbar machen oder abschalten, wenn der Druck zu hoch wird. Wer nicht wegen motorischer Einschränkungen auf eine elektrische Zahnbürste angewiesen ist, sollte außerdem beachten, dass die Ersatzbürstenköpfe recht teuer sein können. Auch bekommt man sie nicht überall – ein weiteres Entscheidungskriterium. Grundsätzlich gilt: Eine gute Handzahnbürste mit der richtigen Technik und Sorgfalt angewendet, steht einer elektrischen Zahnbürste in nichts nach.

Einen Nachteil haben allerdings alle Zahnbürsten: Die Zahnzwischenräume lassen sich mit ihnen nicht reinigen. Hierzu muss man ergänzend Zahnseide und/oder spezielle Zahnzwischenraum-Bürstchen zur Hilfe nehmen, die selbstverständlich ebenso oft zum Einsatz kommen sollten wie eine Zahnbürste – mindesten aber einmal am Tag.

Zahnpasta: Der Geschmack ist nicht alles

Die beste Zahnpasta hilft nichts, wenn sie dem Anwender nicht schmeckt und ihm das Putzen verleidet. Deshalb gibt es viele Geschmacksvarianten am Markt: frische, süßliche, scharfe oder milde. Doch der Geschmack sollte beim Kauf nicht das wichtigste Kriterium sein. Entscheidend für eine gute Reinigung, Prävention und Pflege sind die Inhaltsstoffe.

Der Grundbestandteil jeder Zahnpasta sind feine Putzkörper, welche für eine gute mechanische Reinigung sorgen. Über die abtragende Wirkung (Abrasivität) dieser Putzkörper gibt der so genannte RDA-Wert Aufschluss (RDA = Radioactive Dentine Abrasion; auf Deutsch etwa: Abrasion von radioaktivem Dentin). Er gibt an, wie viel Dentin nach einer definierten Zeit von einer radioaktiv markierten Probe durch die Politur mit einer Zahnpasta abgetragen wurde. Je niedriger der RDA-Wert ist, desto weniger abrasiv ist die Zahnpasta. Für die tägliche Zahnpflege empfiehlt sich eine Zahnpasta mit einem RDA-Wert zwischen 30 und 70. Bei Werten unter 30 ist die Reinigungswirkung zu schwach, bei Werten über 70 – wie sie beispielsweise Weißmacher-Pasten aufweisen – zu stark für die regelmäßige Anwendung. Leider geben die wenigsten Hersteller diesen Wert auf der Verpackung an. Oft wird man jedoch im Internet fündig.

Der wohl wichtigste in einer Zahnpasta enthaltene Inhaltsstoff ist Fluorid. Der in der Natur vorkommende Stoff schützt wirksam vor Karies und sollte deshalb in jeder Zahnpasta enthalten sein. Damit das Fluorid noch über den Putzvorgang hinaus wirken kann, empfiehlt es sich, den Mund nach dem Zähneputzen nicht mir Wasser auszuspülen, sondern die Zahnpasta nur auszuspucken. Der Verein für Zahnhygiene empfiehlt darüber hinaus kariesaktiven Patienten die Anwendung von Zahnpasta mit erhöhter Fluoridkonzentration bzw. fluoridhaltiger Lacke, Gele oder Spüllösungen.

Kinderzahnpasten: Neue Empfehlungen der Fachgesellschaften

Für Kinder bis einschließlich sechs Jahren gelten seit 2018 neue Empfehlungen für die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten. Demnach soll ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes eine Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid zweimal täglich in einer reiskorngroßen Menge und ab dem zweiten Geburtstag in einer erbsengroßen Menge verwendet werden. Alternativ kann in den ersten beiden Lebensjahren auch eine Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid zweimal in einer erbsengroßen Menge verwendet werden. Diese Empfehlungen hat die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ), dem Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) beschlossen.

Die Folgen mangelhafter Zahnpflege

Das Ziel aller Mundhygiene-Maßnahmen ist es, Schäden an Zähnen und Zahnfleisch durch Bakterien zu verhindern. Da sich die Bakterien in unserem Mundraum vor allem vom Zucker aus unseren Nahrungsmitteln ernähren, finden sie in einem ungepflegten Mundraum ideale Bedingungen zur Vermehrung und Verbreitung vor. Dabei richten sie ganz unterschiedliche Schäden an. Kariesbakterien scheiden als Stoffwechselprodukt Säuren aus, welche die Zahnhartsubstanz angreifen und auf Dauer zersetzen. Was mit einem „Loch“ beginnt, kann bei ungenügender Zahnpflege in einer völligen Zerstörung des Zahns enden. Andere Erreger lösen Zahnfleischentzündungen aus. Diese sind zu Beginn in der Regel schmerzfrei, können unbehandelt aber zu einer Entzündung des gesamten Zahnhalteapparats führen (Parodontitis). Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis verliert der Zahn zunehmend an Halt und kann schließlich ausfallen.

Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch sind übrigens weit mehr als ein kosmetisches Problem. Durch Entzündungsprozesse im Mund kann auch die Allgemeingesundheit in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die Bakterien über kariöse bzw. zerstörte Zähne, tiefe Zahnfleischtaschen oder rissige Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Einen direkten Zusammenhang gibt es beispielsweise zwischen Parodontitis und koronaren Herzerkrankungen; zudem beeinflussen sich Parodontitis und Typ-2-Diabetes gegenseitig. Auch den Verlauf einer Schwangerschaft kann eine Parodontitis beeinflussen und das Ungeborene in ernsthafte Gefahr bringen. (Quelle: ZMK)

Richtig Zähne putzen – weiterführende Infos

Eine sorgfältige Mund- und Zahnhygiene ist also unumgänglich für die Allgemeingesundheit und ein gesundes, strahlendes Lachen. Weitere Infos zum Thema gibt es auf den Webseiten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM), der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und des Vereins für Zahnhygiene. Ein „Handbuch der Mundhygiene“ mit Tipps zur Zahn-, Mund- und Zahnersatzpflege bei Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf kann man sich bei der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) herunterladen.

Bei Fragen gilt außerdem immer: Sprechen Sie mit den Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie mit den Prophylaxefachkräften der Apollonia Praxisklinik in Düsseldorf.

Häufig gestellte Fragen:

Eine gute Zahnpasta enthält vor allem Fluorid, um die Zähne vor Karies zu schützen. Bis zu einem Alter von einschließlich sechs Jahren kommen Kinderzahnpasten zum Einsatz, die etwas weniger Fluorid enthalten als Zahnpasten für Erwachsene. Eine Zahnpasta für den täglichen Gebrauch sollte nicht zu stark abtragende (abrasive) Putzkörper enthalten, um den Zahnschmelz zu schonen.

Weil jedes Gebiss anders ist, gibt es hierauf keine pauschale Antwort. In jedem Fall sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um alle Zahnflächen sowie die Zahnzwischenräume gründlich zu reinigen. Manche Menschen schaffen das in zwei Minuten, andere benötigen drei oder vier. Aus Studien zum Vergleich von elektrischen Zahnbürsten und Handzahnbürsten leiten Forscher ab, dass man mit E-Zahnbürsten kürzer putzen muss als mit der Hand. Denn hier wird in der gleichen Zeit mehr Plaque entfernt. (Quelle: Quarks)

Der Verein für Zahnhygiene empfiehlt zur Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen, die Zähne mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta so putzen, „dass eine möglichst vollständige Entfernung des Biofilms resultiert“. Natürlich kann man auch häufiger putzen, sollte jedoch bedenken, dass zu häufiges Putzen – vor allem unmittelbar nach dem Genuss von säurehaltigen Nahrungsmitteln und Getränken – die Zahnhartsubstanz angreift.

Subjektiv kann es angenehmer sein, sich vor nach dem Aufstehen den schalen Geschmack im Mund „wegzuputzen“. Wer nach dem Frühstuck putzt, entfernt zuckerhaltige Reste aus Speisen und Getränken und entzieht Bakterien gleich die Nahrungsgrundlage. Zahnmedizinisch ist es relativ unbedeutend, ob man vor oder nach dem Frühstück die Zähne putzt. Denn Kariesbakterien benötigen etwa 24 Stunden, um die Karies verursachenden Säuren zu produzieren.