Dr. Plogmann im Interview

Das Coronavirus beschäftigt unsere Gesellschaft nun seit einiger Zeit und nach und nach scheint sich ein neuer Alltag zu formieren. Was sich bei uns in der Apollonia Praxisklinik verändert hat und was Dr. Plogmann, geschäftsführender Gesellschafter, über die aktuelle Situation denkt, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Herr Dr. Plogmann, mittlerweile stellt uns die Pandemie schon seit über zwei Monaten vor neue Herausforderungen: Was hat sich seitdem konkret in der Apollonia Praxisklinik verändert – beispielsweise optisch?

Tatsächlich hat sich – im Gesamten betrachtet – gar nicht so viel für uns verändert. Wir arbeiten hier schon immer mit höchsten Hygienestandards – deshalb gehören Masken, Visiere und Co. sowieso zu unserem Alltag.

Neu ist, dass wir mehrere Wartezonen eingeführt haben und viel weniger Stühle in den einzelnen Wartebereichen stehen. Dadurch ermöglichen wir die gesetzlich geforderte räumliche Distanzierung der Patienten. Abgesehen davon kommen die Patienten früher in die Behandlungsräume.

Hat sich denn etwas an Ihrem Arbeitsalltag beziehungsweise Ihren Aufgaben verändert?

Ja und nein. An unserem Alltag in der Praxis hat sich vor allem „verändert“, dass die Patienten unsicherer sind als vorher und die beratende Komponente nun einen größeren Teil unserer Arbeit ausmacht. Da wir als Praxis für Angstpatienten jedoch seit jeher einen großen Fokus auf die Beratung und emotionale Begleitung unserer Patienten legen, ist das weniger eine Veränderung als eine Verstärkung.

Wir versuchen, unseren Patienten so viel Sicherheit wie möglich zu vermitteln. Durch unsere strengen Hygiene-Maßnahmen können wir jede Behandlung ohne Probleme durchführen und unsere Patienten müssen sich wirklich keine Sorgen machen. Sie können sich darauf verlassen, dass jeder in unserem Team bestens geschult ist und die Hygiene sehr ernst nimmt.

Es ist also nichts wirklich Neues dazugekommen, aber die Verteilung oder auch Gewichtung der Aufgaben hat sich etwas verlagert. Wir haben beispielsweise extra ein Team zusammengestellt, dass sich halbstündlich um die Desinfektion von Türklinken und allen anderen Flächen in der Praxis kümmert.

Das hört sich alles ziemlich aufwendig an. Bemerken Sie denn durch die aktuelle Situation auch einen Unterschied in der Atmosphäre im Team?

Da wir bei der Apollonia, wie gesagt, immer schon mit höchsten Hygienestandards arbeiten, mussten wir uns unter dem Gesichtspunkt der Ansteckung keine allzu großen Sorgen machen. Sie müssen sich vorstellen; in der Zahnmedizin haben wir jeden Tag mit potenziell infektiösen Substanzen wie Blut und Speichel zu tun, vor denen wir unsere Patienten und uns immer schon erfolgreich schützen.

Außerdem entspricht es unserem Selbstverständnis als Mediziner, dass wir für Menschen da sind, gerade wenn sie krank sind – dass wir uns nicht “wegducken”, wenn es schwierig wird. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die medizinische Versorgung zu jedem Zeitpunkt sichergestellt ist. Und diese Aufgabe machen wir mit Stolz.

Ich würde sagen, durch die aktuelle Situation wurde uns diese grundlegende Einstellung noch mal deutlich und das hat uns als Team sogar gestärkt. Wir sind vollzählig im Einsatz und bestens gerüstet.

Das hört sich doch mal nach einer positiven Auswirkung der Krise an. Wir haben grade ja schon über die Hygienemaßnahmen gesprochen: Nach welchen Maßstäben entscheiden Sie denn neue Vorkehrungen für Ihre Praxis?

Unser großer Maßstab ist das Robert Koch Institut. Allerdings gehen wir noch über dessen Vorgaben hinaus. Wir haben beispielsweise die jetzt verbindlichen Maßnahmen schon umgesetzt, bevor es vorgeschrieben war und auch die halbstündliche Desinfektion der gesamten Flächen übertrifft die Regelungen. Uns ist einfach wichtig, dass wir alle möglichen Vorkehrungen ausschöpfen und damit auch dem Sicherheitsgefühl unserer Patienten Rechnung tragen.

Glauben Sie, das Coronavirus wird den (Behandlungs-) Ablauf in Zahnarztpraxen langfristig ändern?

Da bin ich mir ziemlich sicher. Wir werden vielleicht in naher Zukunft kein Fieber mehr messen, bevor die Patienten unsere Praxis betreten, aber viele der Veränderungen werden uns noch länger begleiten. Ich denke auf jeden Fall bis zum Winter. Darüber hinaus kann ich natürlich keine belastbaren Aussagen treffen.

Aber eine langfristige Entwicklung, die vielleicht ganz gut ist, könnte das veränderte und verstärkte Bewusstsein für die Hygiene sein. Die Menschen achten jetzt viel mehr darauf, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen und Ähnliches. Das sollten wir uns erhalten und einige Regeln zum Beispiel auch in normalen Grippewellen beachten.

Wie verhalten sich Ihre Patienten bisher im Hinblick auf die Schutzmaßnahmen? Würden Sie sich etwas von ihnen wünschen?

Die meisten unserer Patienten verhalten sich bereits sehr vorbildlich. Natürlich gibt es auch mal seltene Einzelfälle, die beispielsweise wenig Verständnis für die veränderten Abläufe zeigen. In diesen Situationen bitten wir die Patienten vor allem um Geduld, denn wir setzen wirklich einiges in Bewegung, um all unsere Patienten weiterhin vollständig versorgen zu können.

Ich möchte jedoch noch mal betonen: Die meisten unserer Patienten zeigen uns durch ihr rücksichtsvolles Verhalten große Wertschätzung. Das spornt uns jeden Tag aufs Neue an, wofür ich mich an dieser Stelle gerne einmal – stellvertretend für das gesamte Team der Apollonia – bedanken möchte.